Klimaschutz im Luftverkehr – die Herausforderungen bleiben bestehen
04. Mai 2026

Jet Aviation hat auf dem World Economic Forum erneut die Versorgung mit SAF sichergestellt. (© Coypright Foto: Jet Aviation)
Der Luftverkehr spielt eine zentrale Rolle in der globalen Mobilität, steht aber gleichzeitig vor großen Herausforderungen im Klimaschutz. Weltweit verursacht er etwa drei Prozent der CO2-Emissionen. Berücksichtigt man zusätzlich sogenannte Nicht-CO2-Effekte wie Kondensstreifen, steigt der Anteil auf etwa fünf Prozent. In Deutschland ist der Anteil des innerdeutschen Luftverkehrs mit rund 0,2 Prozent deutlich geringer. Dennoch ist klar: Auch die Luftfahrt muss ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das zentrale Ziel der Branche ist es, bis zum Jahr 2050 CO2-neutral zu fliegen. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt die Luftverkehrswirtschaft drei zentrale Strategien.
Erstens: die Senkung des Treibstoffverbrauchs. Moderne Flugzeuge sind deutlich effizienter als ältere Modelle. Jede neue Generation verbraucht etwa 25 Prozent weniger Kerosin. Insgesamt konnte der Verbrauch pro Passagier seit 1990 um 46 Prozent gesenkt werden. Zusätzlich tragen eine bessere Auslastung der Flugzeuge und optimierte Flugrouten dazu bei, Emissionen zu reduzieren. Dadurch ist es gelungen, das Wachstum des Luftverkehrs teilweise vom steigenden Treibstoffverbrauch zu entkoppeln. Effizienzsteigerungen sind in allen Bereichen im Betrieb von Flugzeugen möglich, und das bereits in der Entwicklung wie beispielsweise mit der Verwendung neuer Werkstoffe beim Rumpf und den Flächen, mit Optimierung der Treibstoffverbrennung in den Triebwerken sowie der generellen Optimierung der Aerodynamik der Flugzeuge. Ebenso gehören dazu die Nutzung elektrifizierter Bodeninfrastruktur und die Optimierung der Routen bei der Flugplanung.
Zweitens: die Nutzung nachhaltiger Flugkraftstoffe, sogenannter Sustainable Aviation Fuels oder SAF. Diese Kraftstoffe werden nicht aus fossilen Rohstoffen hergestellt und können die CO2-Emissionen über ihren gesamten Lebenszyklus um bis zu 100 Prozent reduzieren. SAF gelten als der wichtigste Hebel für klimaneutrales Fliegen und leisten zusätzlich einen wichtigen Beitrag zur Verringerung der Nicht-CO2-Effekte. Denn im Gegensatz zu fossilem Kerosin erzeugt SAF bei der Verbrennung nahezu keine Rußpartikel und weniger Stickoxide. Allerdings gibt es derzeit große Herausforderungen: Die Produktion ist noch sehr begrenzt, die Kosten sind deutlich höher als bei herkömmlichem Kerosin, und die verfügbaren Mengen decken bislang nur einen sehr kleinen Teil des Bedarfs.
Drittens: die Bepreisung und Kompensation von CO2-Emissionen. Instrumente wie der Europäische Emissionshandel (ETS) oder das internationale System CORSIA sorgen dafür, dass Emissionen einen Preis bekommen und teilweise ausgeglichen werden. Diese Maßnahmen sind jedoch eher als Übergangslösung gedacht, bis klimaneutrale Technologien in größerem Umfang verfügbar sind.
Neben diesen drei Hauptstrategien gibt es weitere wichtige Maßnahmen. Dazu gehört die sogenannte Intermodalität, also die Kombination von Flug- und Bahnverkehr. Besonders auf kurzen Strecken kann CO2 eingespart werden. Auch Flughäfen leisten ihren Beitrag, Schritte auf dem Weg in die Zukunft Klimaschutz im Luftverkehr – die Herausforderungen bleiben bestehen Business Aviation Insights indem sie ihre eigenen Emissionen seit 2010 deutlich reduziert haben und bis 2045 klimaneutral werden wollen.
Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Nicht-CO2-Effekte, wie Kondensstreifen, die das Klima zusätzlich beeinflussen können. Hier wird aktuell intensiv geforscht, um diese Effekte besser zu verstehen und zu reduzieren.
Langfristig könnten auch alternative Antriebe wie Wasserstoff oder elektrische Systeme eine Rolle spielen. Allerdings sind diese Technologien noch in der Entwicklungsphase, und die Luftfahrt muss mit Hochdruck diese Entwicklungen voranbringen. Dabei sind die Chancen für ein nahezu emissionsfreies Fliegen groß: Es entsteht eine geringere Lärmbelastung, und die Antriebssysteme sind weniger wartungsintensiv als Turbinen. Natürlich ist diese Art des Fliegens für die Kurzstrecke bzw. für den Regionalflugverkehr und eine Passagieranzahl zwischen 5 und 19 gedacht. Dies ist ein Baustein der Zukunft, aber nicht der zentrale Hebel für klimaneutrales Fliegen.
Trotz aller Fortschritte bleibt die größte Herausforderung die Umsetzung im globalen Wettbewerb. Nationale oder regionale Regelungen können dazu führen, dass Flüge in andere Länder verlagert werden. Dieses Phänomen nennt man Carbon Leakage. Dadurch würden Emissionen nicht reduziert, sondern nur verschoben.
Der Klimaschutz im Luftverkehr ist eine komplexe Aufgabe, die nur durch ein Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen gelingen kann. Effizienzsteigerungen, nachhaltige Kraftstoffe, wirtschaftliche Anreize und internationale Zusammenarbeit sind dabei entscheidend. Besonders der Ausbau von nachhaltigen Flugkraftstoffen wird eine Schlüsselrolle spielen.
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