Umdenken bei der Berechnung von CO2-Emissionen?
02. April 2026

Klimabilanz im Verkehr: Ganzheitliche Betrachtung notwendig
Die Klimawirkung von Bahn, Auto und Flugzeug wird häufig verkürzt dargestellt. Eine belastbare Bewertung ist nur möglich, wenn neben den direkten Emissionen auch Infrastruktur und Lebenszyklus berücksichtigt werden.
- Reine Betrachtung von Auspuff- oder Triebwerksemissionen greift zu kurz
- Kein Verkehrsträger ist per se klimafreundlich oder klimaschädlich
Kritik an bisherigen Bewertungsmethoden
Laut Klaus Radermacher führt die gängige Praxis zu verzerrten Ergebnissen. Häufig werden Emissionen aus Bau, Betrieb und Instandhaltung der Infrastruktur nicht einbezogen.
- Fehlende Berücksichtigung von Bau- und Wartungsemissionen
- Forderung nach verursachungsgerechter Gesamtbetrachtung
Verkehrssysteme als Gesamtkonstrukt
Eine realistische Klimabilanz muss alle Bestandteile eines Verkehrssystems einbeziehen. Dazu zählen nicht nur die Fahrzeuge selbst, sondern auch die zugehörige Infrastruktur.
- Einbeziehung von Knotenpunkten wie Bahnhöfen, Flughäfen und Häfen
- Berücksichtigung von Verkehrswegen und Steuerungssystemen
Hohe Emissionen durch Infrastruktur
Ein wesentlicher Teil der Emissionen entsteht bereits beim Bau von Infrastruktur. Materialien wie Stahl, Zement oder Aluminium verursachen hohe CO₂-Werte in der Produktion.
- Millionen Tonnen CO₂ durch Bau von Straßen, Schienen und Flughäfen
- Energieintensive Industrien sind indirekt Teil der Verkehrsbilanz
Beispiel Schienenverkehr
Auch als klimafreundlich geltende Verkehrsträger verursachen erhebliche Emissionen im Infrastrukturbau. Besonders Hochgeschwindigkeitsstrecken sind material- und energieintensiv.
- Rund 120 Tonnen Stahl pro Kilometer Gleis notwendig
- Hohe CO₂-Werte durch Tunnel- und Brückenbau
Besonderheiten des Luftverkehrs
Im Luftverkehr entfällt ein Großteil der klassischen Wege-Infrastruktur. Dadurch ergeben sich Unterschiede in der Gesamtbilanz im Vergleich zu anderen Verkehrsträgern.
- Keine gebaute Strecke wie Straßen oder Schienen erforderlich
- Laut European Union Aviation Safety Agency durchschnittlich 83 g CO₂ pro Personenkilometer (2023)
Straßenverkehr im Vergleich
Beim Auto entstehen Emissionen sowohl in der Produktion als auch im Betrieb. Zusätzlich wirkt sich die geringe Auslastung negativ auf die Gesamtbilanz aus.
- Produktionsbedingte Emissionen von rund 33 g CO₂ pro Personenkilometer
- Niedrige Auslastung und hoher Flächenbedarf verschlechtern Effizienz
Fazit: System statt Einzelvergleich
Eine sachgerechte Bewertung der Klimawirkung im Verkehr erfordert eine ganzheitliche und technologieoffene Betrachtung. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Infrastruktur, Energiequelle und Auslastung.
- Klimabilanzen müssen alle Emissionsquellen einbeziehen
- Transparente und wissenschaftlich fundierte Methodik erforderlich
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