Handel mit Business Jets: Ein Blick hinter die Kulissen

23. Oktober 2025

Der Kauf eines Business Jets ist nicht trivial (KI-Bild). Spezialisten wie Markus Bancalari (rechts) begleiten den Prozess.

Handel mit Business Jets: Ein wachsender und komplexer Markt

Der Markt für Business Jets wächst kontinuierlich. Weltweit sind rund 25.000 Geschäftsreiseflugzeuge registriert, und die Auftragsbücher der Hersteller sind gut gefüllt. In Europa wechseln jährlich etwa 270 gebrauchte Business Jets den Eigentümer, wobei Deutschland den größten Einzelmarkt darstellt. Trotz dieser Dynamik ist der An- und Verkauf eines Business Jets ein hochkomplexer Prozess, der weit über einen klassischen Kauf hinausgeht.

 

Flugzeugbroker als zentrale Akteure im Transaktionsprozess

Eine Schlüsselrolle spielen spezialisierte Flugzeugbroker. Sie fungieren als Vermittler zwischen Käufer und Verkäufer und bringen umfassende Marktkenntnisse in den Prozess ein. Broker unterstützen bei der Auswahl geeigneter Flugzeuge, der realistischen Preisfindung sowie der internationalen Vermarktung. Zudem koordinieren sie technische Prüfungen, begleiten Preisverhandlungen und sorgen dafür, dass Wartungshistorien und Dokumentationen vollständig und nachvollziehbar sind.

 

Rechtliche Struktur durch klare Vertragswerke

Neben technischen Aspekten sind rechtliche Rahmenbedingungen von zentraler Bedeutung. Zu Beginn eines Geschäfts steht in der Regel ein Letter of Intent (LOI), in dem die grundlegenden Eckpunkte der Transaktion festgehalten werden. Darauf folgt der Kaufvertrag, der unter anderem Zahlungsmodalitäten, Haftungsfragen, Übergabebedingungen und Regelungen für den Fall von Mängeln oder Vertragsrücktritten umfasst. Aufgrund der Komplexität empfiehlt sich hierbei die Einbindung von auf Luftfahrtrecht spezialisierten Juristen.

 

Pre-Purchase Inspection als Sicherheitsinstrument

Ein wesentlicher Bestandteil des Kaufprozesses ist die sogenannte Pre-Purchase Inspection (PPI). Dabei wird das Flugzeug in einem qualifizierten Wartungsbetrieb umfassend technisch und dokumentarisch geprüft. Ziel ist es, den tatsächlichen Zustand des Jets transparent darzustellen – insbesondere mit Blick auf Wartungshistorie, Triebwerkszustand und mögliche versteckte Mängel. Die PPI bietet Käufern die Möglichkeit, bei schwerwiegenden Beanstandungen nachzuverhandeln oder vom Kauf zurückzutreten.

 

Vertrauen und Erfahrung als Erfolgsfaktoren

Nach Abschluss aller Prüfungen und Vertragsverhandlungen erfolgt das Closing, bei dem Kaufpreis und Eigentum – meist über ein Treuhandkonto – übertragen werden. Der gesamte Prozess verdeutlicht, dass der Handel mit Business Jets nicht nur technisches Know-how erfordert, sondern vor allem Vertrauen, Erfahrung und eine professionelle Begleitung. Nur so lassen sich Risiken minimieren und Transaktionen erfolgreich abschließen.

 

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