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Nach Corona schlägt die Stunde der regionalen Luftfahrt

02.05.2020


v.l.n.r.: Andreas Mundsinger (German Business Aviation Association e.V.); Dirk Eggert (Rhein Neckar Air GmbH); Reinhard Becker (Flugplatz Mannheim); Steffen Bilger (Parl. Staatssekretär im BMVI); Thomas Mayer (Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V.); Christian Specht (1. Bürgermeister der Stadt Mannheim)

Treffen der Verbände IDRF und GBAA mit Verkehrs-Staatssekretär Steffen Bilger

Ein Wiederaufbau des deutschen Flugverkehrs führt nach der Corona-Krise über die dezentrale Luftfahrt. Darüber herrschte bei einem Treffen von Branchenvertretern mit Steffen Bilger, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, am City Airport Mannheim Übereinstimmung. Gerade der regionale Luftverkehr biete dank kurzer Wege effektives Reisen und ermögliche die Einhaltung strenger Hygienevorschriften. „Die aktuelle Verkehrspolitik und zukünftige Luftfahrtkonzepte des Staates müssen über eine intensive Zusammenarbeit und Arbeitsteilung zwischen den Hauptverkehrsflughäfen und den Regionalflughäfen inklusive der Flugplätze nachdenken“, erklärte der CDU-Politiker. „Die Infrastruktur dafür haben wir in Deutschland. Diese gilt es gerade jetzt in der Krise zu ertüchtigen und aufrecht zu erhalten.“

Bisher werde angesichts der aktuellen Herausforderungen die Bedeutung regionaler Landeplätze und der dezentralen Luftfahrt für die Wirtschaft unterschätzt. „Für die Zeit nach Corona können wir echte Alternativen bieten“, betonte bei dem Treffen in Mannheim Thomas Mayer, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft der regionalen Flugplätze e.V. (IDRF). „Guter Wille allein reicht aber da nicht aus“, ergänzte er. Denn Fliegen in kleineren Einheiten erhöhe die Preise. „Regionalflughäfen, Bund, Länder, Kommunen, die Wirtschaft und jeder einzelne Passagier müssen diese Chancen und Perspektiven erkennen und nutzen.“ Dann schlage die Stunde der regionalen Luftfahrt. Das Reisen „nach Corona“ erfordere auch einen neuen individuellen und auf kleine Gruppen bezogenen Personenverkehr. „Gerade bei Geschäftsreisen bietet die Business Aviation klare Vorteile“, erklärte Andreas Mundsinger, Geschäftsführer der German Business Aviation Association e.V. (GBAA). Der Auftraggeber bestimme die Zahl der ihm meist persönlich bekannten Passagiere. Kurze Wege zum Flugzeug, kein Check-in und keine Warteschlangen seien echte Pluspunkte. Dabei spielten Regionalflughäfen eine wichtige Rolle. Über 20 Prozent der rund 1.100 Weltmarktführer in Deutschland, so Mundsinger, „haben ihren Sitz außerhalb der Ballungsräume, oft sehr weit außerhalb.“

Nachholbedarf sahen alle Gesprächspartner, zu denen auch Mannheims erster Bürgermeister Christian Specht zählte, bei der Entwicklung klimafreundlicher Flugzeuge und Treibstoffe. „Das muss und wird sich mit der Aufbaupolitik der Bundesregierung zur Überwindung der Corona-Krise aber deutlich verbessern“, versprach Staatssekretär Steffen Bilger. Gerade für die Regionalflughäfen hatte er noch eine gute Nachricht im Gepäck: So arbeite das Bundesverkehrsministerium mit Hochdruck an einer finanziellen Entlastung der Flugplätze in Sachen Flugsicherung. „Das Volumen sollte sich nach dem Willen des Haushaltsausschusses,“ so Bilger, „für dieses Jahr bei 20 und im nächsten Jahr bei 50 Millionen Euro bewegen.“ Seit Jahren beklagen regionale Flugplätze, dass sie für die Flugsicherung vor Ort bezahlen müssen, während an großen Airports die Deutsche Flugsicherungs GmbH für diese Kosten aufkommt.

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