Großflughafen BER: Kapazitäten für Geschäftsreiseflieger zu knapp
21.02.2012
Presseerklärung 01/2012 21.2.2012
Kapazität des Flughafens BER reicht für die Zukunft der Geschäftsreisefliegerei in die Hauptstadt nicht aus.
In der Presse wird über ein Gutachten des MIL Brandenburg zur Frage der zukünftigen Flughafen-Kapazität für die Geschäftsreiseluftfahrt in Berlin berichtet. Dieses liegt der GBAA bislang nicht vor, obwohl sie als Branchenverband spezifische Daten für das Gutachten geliefert und an den Besprechungen im MIL Brandenburg teilgenommen hat. Ebenso wenig hat es das Ministerium für nötig gehalten, ein offenbar erstelltes Ergänzungsgutachten den Betroffenen zuzuleiten.
Der voreilige Kommentar des zuständigen Ministers, dass es in Cottbus, Strausberg und Schönhagen „ausreichende Kapazitäten“ gebe und sich der Geschäftsreiseverkehr bereits dorthin orientiert habe, zeugt von wenig Sachverstand. Tatsächlich findet wegen unzureichender Navigationshilfen weder in Cottbus noch in Strausberg qualifizierter Geschäftsreiseflugverkehr statt. Auch in Schönhagen landet nur ein geringer Teil des Berliner Aufkommens, da dieser Platz weder über ein Instrumentenlandesystem noch über eine für größere Geschäftsreiseflugzeuge ausreichende Bahnlänge verfügt. Vor allem verhindern Fahrzeiten von 1-2 Stunden von den genannten Flugplätzen bis zum Zentrum Berlins eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung durch Geschäftsreiseflugzeuge.
Dr. Gans, Präsident der GBAA: „Wir erwarten, dass sich das zuständige Ministerium mit mehr Ernst und wirtschaftspolitischer Verantwortung mit den Anforderungen der Geschäftsreiseluftfahrt beschäftigt. Die Kapazitäten im BBI sind bereits durch den Linienverkehr weitgehend belegt. Schon im ersten Betriebsjahr gibt es dort Zeitbereiche, innerhalb derer keine weiteren Flüge mehr geplant werden können. Erst Tempelhof schließen und Schönefeld garantieren und nun Cottbus anbieten, ist ein völlig unakzeptables Herumwursteln.“


